AG Praktikum

Am 22.08.18 um 19 Uhr findet in Lüneburg die AG Praktikum statt.

Wir freuen uns sehr auf eure Beiträge.

Mehr Informationen findet ihr unter: https://www.facebook.com/events/293418354548799 

Vollversammlung 2019


VEbBSvorORT – Qualitätszeit offline

Wir laden Euch herzlich zu unserer neuen Veranstaltungsreihe VEbBSvorORT ein. Wir wollen Euch einmal im Quartal die Möglichkeit geben Euch mit anderen Mitgliedern und Interssierten aus Uni, Schule und Praxis auszutauschen. Vielleicht bringt ihr aktuelle Fragen und Themen aus Euren Institutionen mit, oder freut Euch einfach auf ein Wiedersehen mit alten Bekannt*innen und neuen Gesichtern.

 


Wer ist eigentlich Heike?

Anfang Juni wurde in der Mitgliedervollversammlung ein neuer VEbBS Vorstand gewählt. Die neuen und alten Vorstandsmitglieder haben zehn Fragen zu ihrer Person und ihrer Rolle im Verein beantwortet, um sich nun vorzustellen.

Wer bist du? Wo lebst du? Wo studierst oder arbeitest du?
Hallo, ich bin Heike Seeger und lebe mit meiner Familie in Lüneburg.

Wie bist du zu VEbBS gekommen?
Ich bin Mitglied der ersten Stunde und begleite den Verein seit dem.
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Wer ist eigentlich Denica?

Anfang Juni wurde in der Mitgliedervollversammlung ein neuer VEbBS Vorstand gewählt. Die neuen und alten Vorstandsmitglieder haben zehn Fragen zu ihrer Person und ihrer Rolle im Verein beantwortet, um sich nun vorzustellen.

Wer bist du? Wo lebst du? Wo studierst oder arbeitest du?
Hi, ich bin Denica Mentz und wohne in Reppenstedt. Seit 2014 studiere ich an der Leuphana Universität Lüneburg. Derzeit im 4. Mastersemester Lehramt an Berufsbildenden Schulen mit dem Fachbereich Sozialpädagogik und dem Unterrichtsfach Mathematik. Neben meinem Studium arbeite ich schon langjährig als BAföG-, Finanzierungs- und Sozialberaterin im AStA Lüneburg und seit 2018 zusätzlich am Institut für Sozialpädagogik als SHK (Studentische Hilfskraft) und Tutorin.

Wie bist du zu VEbBS gekommen?
Ich habe VEbBS durch meine ehrenamtliche Tätigkeit und Unterstützung bei der Tagung „Mit Schule statt über Schule sprechen: Erste Netzwerktagung“ intensiver kennengelernt. Insbesondere Franz Vergöhl (ehemaliger Vorstandsvorsitzender) konnte ich während der vielen Planungstreffen näher kennenlernen, so dass ich im Juni 2018 schließlich als Gast zur Jahresvollversammlung eingeladen wurde. Eigentlich mit der Absicht meine Erfahrungen und Eindrücke der Tagung zu schildern. So schnell wie ich eingeladen war, wurde ich auch Mitglied und schließlich auch noch als Finanzreferentin in den Vorstand gewählt.

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beWirken – Bildungsfestival

Am 18.-19.11.’17 findet an der Leuphana Universität Lüneburg das „Bildungsfestival – Jugend braucht Freiräume“ von den kreativen Köpfen von beWirken statt.

Wir von VEbBS mach dort einen Workshop zum erfolgreichen Netzwerken und stellen unsere Netzwerkselbstanalyse vor. Es wird sicher eine spannende und erkenntnisreiche Veranstaltung. Wir freuen uns sehr darauf.

beWirken – Jugendbildung auf Augenhöhe!

Mehr Informationen findet ihr unter: http://www.bewirken.org/bildungsfestival/ 

Kommentar zum Wahlprogramm der FDP

Die FDP erklärt mit dem Aufbau ihres Wahlprogramms Erziehung und vor allem Bildung zu einem der Hauptthemen in diesem Wahlkampf. Sie wollen die „weltbeste Bildung für Jeden“ und setzen diesen Punkt ganz nach oben in ihrem Wahlprogramm (vgl. Wahlprogramm 2017: 21). Selbstständigkeit, Selbstbestimmung und Verantwortung für die Familie und Gesellschaft übernehmen zu können, wird als Ziel dieser Maßnahmen in Schule, Studium und Beruf formuliert.
Die FDP will den Bildungsföderalismus grundlegend reformieren und einheitliche Abschlussprüfungen, um einen deutschlandweit einheitlichen Bildungsstandard zu ermöglichen. Diese Standards sollen von den Schulen eigenständig realisiert werden. Welche Maßnahmen hierfür konkret getroffen werden müssen und welche Konsequenzen diese Forderung auf den einzelnen gesellschaftlichen Ebenen haben könnte, darauf wird in diesem Wahlprogramm nicht weiter eingegangen. Die FDP fordert die Finanzierung von Schulen und Kindertageseinrichtungen auf Bildungsgutscheine umzustellen, unabhängig davon, ob die Institutionen in freier oder staatlicher Trägerschaft sind. Die Bildungsgutscheine können von den entsprechenden Einrichtungen beim Staat eingelöst werden und sollen für mehr Transparenz sorgen und als Anreiz für die Qualitätssicherung dienen. Für mich klingt ein solches Konzept nach einem hohen und zusätzlichem bürokratischem Aufwand, der die Leistungen für den Staat transparenter, möglicherweise zu transparent macht. In diesem Wahlprogramm wurde bedacht, dass gute Kindertageseinrichtungen auch gutes Personal und einen höheren Betreuungsschlüssel benötigen. Ermöglicht werden soll dies durch eine bessere Bezahlung und qualifiziertes Personal. Wie genau dies realisiert werden kann, welche Mittel hierfür langfristig benötigt werden und welcher struktureller und bürokratischer Aufwand für auf die zukünftigen Verantwortlichen zu erwarten sind, wird im Wahlprogramm nicht ausformuliert. Die Digitalisierung in Schule und Ausbildung ist ein relativ neues Thema und wird in diesem Wahlprogramm anhand konkreter Vorschläge thematisiert. Unter Einsatz von Breitbandverbindungen und drahtlosen Netzwerken an Schulen soll die Nutzung von diversen online Tools beispielsweise „Massive Open Online Courses“ ermöglicht werden, um so das Lernen zu individualisieren und lebenslanges Lernen zu unterstützen. Mithilfe von 1000 Euro zusätzlicher Ausgaben pro Schüler*in soll dieses Vorhaben realisiert werden, somit käme auf Bund und Länder eine zusätzliche finanzielle Belastung zu, die nur mit einer durchdachten Planung und entsprechenden Expert*innen zu einer erfolgreichen Verbesserung der digitalen Nutzung von Medien an Schulen führen kann. In einem weiteren Schritt soll über eine Anerkennung solcher online Kurse durch Arbeitgeber oder als Studienleistung entschieden werden. „Zukünftig müssen alle Ausbildungsberufe ausschließlich mit digitalen Medien unterrichtet werden und das Fach Informatik wesentlicher Bestandteil der berufsschulischen Ausbildung sein (ebd.: 33).“ Eine solche Forderung ist meines Erachtens nicht ausreichend durchdacht und zu einseitig formuliert und Schüler*innen, die aufgrund bestimmter Einschränkungen nicht in der Lage sind, solche Technik zu nutzen werden hier nicht berücksichtigt. Des weiteren würde eine solche Umstrukturierung meiner Einschätzung nach den Unterrichtsausfall bedingt durch technische Probleme erhöhen und Schulen für Hacker angreifbarer machen und darüber Nachteile entstehen, die sich für Lehrende ergeben könnten, die nicht mit digitalen Medien vertraut sind. Begabte Schüler*innen sollen an Schulen systemisch gefördert werden, beispielsweise durch eine verbesserte diagnostische Kompetenz der Lehrenden (vgl. Wahlprogramm 2017: 27). Weitere Forderungen im Wahlprogramm sind die Anhebung der Finanzhilfen für Schulen in freier Trägerschaft, Stärkung der dualen Ausbildungsberufe, Stipendien für mindestens 15 Prozent der Studierenden und einen flexibleren Einsatz von Arbeitskräften in der Zeitarbeit.
Das Lehramtsstudium soll durch eine frühe, benotete Praxisphase im Grundstudium verbessert werden und der Quereinstieg in das Lehramtsstudium soll durch berufsbegleitende Aufbaustudiengänge vereinfacht werden. Schulen sollen mehr Freiheit haben bei der Wahl, ob sie Quereinsteiger einstellen wollen. Unterstützt wird dieses Vorhaben mithilfe von verpflichtenden und regelmäßigen Fortbildungen für Lehrkräfte. Ob eine solche Veränderung die Qualität der Arbeit erhöht, bleibt abzuwarten und ist innerhalb der Diskussion um die Qualitätssicherung in diesem Bereich umstritten. Die FDP fordert Sprachförderung für Vorschulkinder, um sicherzustellen, dass soziale, berufliche und politische Teilhabe allen Menschen ermöglicht wird. Inhaltlich wird jedoch nicht weiter auf die Ausgestaltung und darauf eingegangen, welche Kinder eine solche Sprachförderung benötigen. Daher befürchte ich, dass es eine weitere Möglichkeit zur Stigmatisierung bereits benachteiligter Personengruppen darstellt. Die FDP fordert unter anderem eine Online-bereitstellung von Unterrichtsmaterialien an Hochschulen, eine Forderung, die wie ich finde an unserer Universität zu Teilen schon erfüllt wird. Es dürfen hierbei keine Rechte Dritter verletzt werden. Wie genau sich diese Forderungen erfüllen ließen – unter anderem im Hinblick auf die Streitigkeiten mit der VG-Wort – wird im Wahlprogramm nicht weiter thematisiert. Das Wahlprogramm beinhaltet noch viele weitere Forderungen, die hier aufgezählten sind meiner Meinung nach nicht einmal in zwei Legislaturperioden zu realisieren, daher wirkt das Vorhaben auf mich utopisch. Des weiteren fehlt es an konkreten Vorschlägen zur Realisierung der einzelnen Punkte. Der starke Wunsch nach Standardisierung macht auf mich den Eindruck, als sei es möglich, Menschen in eine Form zu pressen, um ihnen die gewünschten Kompetenzen zu verleihen und sie entsprechend vorzubereiten. Es stellt sich mir die Frage, ob unter all diesen Forderungen schließlich die Individualität leidet. Falls euer Interesse am Wahlprogramm der FDP geweckt wurde findet ihr es hier: Entscheidet selbst, wen ihr wählen wollt, aber informiert euch bitte vorher über die Inhalte!

Isabell von Malottki studiert an der Leuphana LBS Sozialpädagogik und Evangelische Religion und  ist im Vorstand von VEbBS e.V. Referentin für Qualitätsentwicklung.

 

Kommentar zum Wahlprogramm der Partei DIE LINKE

DIE LINKE trifft mit dem folgendem Slogan zur Bundestagswahl 2017 an: Sozial. Gerecht. Frieden. Für alle.

Grundsätzlich steht die Linke einer gesellschaftlichen Spaltung von arm und reich entgegen. Das Wahlprogramm umfasst dabei 17 Kernpunkte, die hier nicht abschließend thematisiert werden werden u.a. Themen wie Geld (Lohn, Rente), Gleichstellung, Bildung und Innen-/Außenpolitik.

Die Linke setzt sich in ihrem Wahlprogramm in Bezug auf das Thema Bildung für ein inklusives Bildungssystem und die bessere Bezahlung von Erzieher*innen ein. Die Ausbildung von Erzieher*innen in der frühkindlichen Bildung soll auf Hochschulniveau stattfinden. Menschen ohne Hochschulzugangsberechtigung sollen andere Qualifizierungsmöglichkeiten  geboten werden. Wie genau die verbesserte Ausbildung bzw. die weiteren Qualifizierungsmöglichkeiten aussehen werden, ist nicht herauszufinden. Somit lässt sich auch nicht sagen, wie sich das z. B. auf den Theorie-Praxis-Transfer und die Qualität auswirken würde. Eine spannende Zukunftsvision, die mit dieser Forderung einhergeht, könnte sein, dass die akademisierte Erzieher*innen-Ausbildung an Hochschulen in Modulen organisiert wird, deren Zugang auch für ausgebildete Erzieher*innen und Quer- und Seiteneinsteiger*innen geöffnet wird. Diese neue Begegnungsplattform in Modulen an Hochschulen, die sowohl Menschen in Ausbildung als auch Menschen aus der Praxis in Fortbildung zusammenbringt, hätte großartiges Potential für einen Theorie-Praxis-Transfer, der über die Institutionen hinausweist.

DIE LINKE hat eine Vision von der Zukunft: Kinder sollen einen Rechtsanspruch auf einen Ganztags-KiTa-Platz haben und ein bundesweites KiTa-Qualitätsgesetz soll zu einheitlichen Standards beitragen. Kinder im Schulalter sollen einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung in Grundschulen haben. Außerdem soll das Kooperationsgesetz aufgehoben werden. (Ihr fragt Euch, was das Kooperationsverbot ist? Unter diesem Link findet ihr einen kurzen Kommentar, der das Gesetz am Bsp. Hochschule erklärt.) Das soll alle Finanzlücken schließen Die geforderten Maßnahmen zur Verbesserung der Bildung sollen durch Bund und Länder finanziert werden. Woher der Bund das Geld nehmen soll, um diese umfangreichen Maßnahmen zu finanzieren, wird nicht genau erklärt. Des Weiteren soll durch eine sog. Reichensteuer so viel Geld eingespart werden, dass die Kommunen gestärkt werden.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Linke im Bereich Bildung ein Bundesprogramm „inklusive Bildung“ fordert, dass von Bund, Ländern und Kommunen finanziert werden soll. Mehreinnahmen zur Finanzierung dieser, sollen sich durch erhöhte Steuern von Privilegierten ergeben. Das Wahlprogramm scheint ausschließlich für untere und mittleren Einkommensgruppen interessant zu sein, da höhere Einkommensgruppen diesen sozialen Wandel finanzieren sollen, es sei den auch diese haben daran ein Interesse. Bedenkt man jedoch die Verteilung der Einkommen, sollte die Anzahl der Profiteure deutlich in der Mehrheit liegen. Ob sich die Wähler*innen darüber im Klaren sind bleibt abzuwarten.

Ricarda Heil ist studierte Kulturwissenschaftlerin und arbeitet als Beraterin für ehrenamtliche Flüchtlingshilfe. Zudem ist sie im Vorstand von VEbBS e.V. Referentin für Theorie-Praxis-Transfer.

Kommentar zum Wahlprogramm der Partei GRÜNE

In Bezugnahme auf die ausgewählten Textpassagen aus dem Wahlprogramm der Partei GRÜNE zur Bundestagswahl 2017 lässt sich folgendes für mich feststellen:

  1. Die Qualität in Kindertageseinrichtungen scheint ein großes und wichtiges Thema für die Partei zu sein. So macht sie (die Partei) anhand von unterschiedlichsten Stichworten (z.B.: Qualitätsstandards, interkulturelles Lernen, Partizipation, Recht auf Kindergartenplätze, Betreuungsschlüssel, Medienkompetenz…) deutlich, wie in dem Bereich der Kindertageseinrichtungen, aber auch anderen Institutionen, wie z.B. Schule, Horte und Jugendzentren investiert werden müsste. Positiv finde ich hierbei aus meiner Position, dass deutlich hervorgehoben wird, dass und wie in diesen Bereichen bisher gespart wurde (Zerfall der Gebäude, Fachkräftemangel, etc.), denn genau dies begleitet mich/ uns in der alltäglichen Arbeit. Leider wird, und das ist wohl in diesem Rahmen auch kaum anders möglich, nicht an allen Stellen deutlich, wie diese Erneuerungen realisiert werden können.
  2. Die Partei GRÜNE thematisiert ausführlich die Gleichstellung von Mann und Frau, auch in personenbezogenen Dienstleistungsberufen. Dies wird nicht nur auf der Besoldungsebene, sondern auch auf der Anerkennungsebene thematisiert. Besonders interessant finde ich hier die konkrete Formulierung, dass die Erzieher*innenausbildung neu gestaltet werden soll. Schade ist, dass nicht wenigstens etwas konkreter formuliert wird, wie sie neu gestaltet werden soll (und kann).
  3. Umso mehr sich die Partei GRÜNE für die Kindertageseinrichtungen und Schulen einsetzt, umso weniger wird dabei die berufliche Bildung mitgedacht. Dadurch scheinen für mich die Ideen nicht weit genug überlegt, leider, da doch das gut ausgebildete Personal, Erzieher*innen konkret und auch Schule Themen im Wahlprogramm sind.

So wird also deutlich, dass die Partei GRÜNE bei vielen Inhalten sehr konkrete Ideen benennt, wie bei vielen Parteien aber die Realisierungsmöglichkeiten nicht immer deutlich werden. Ob dies das Ziel eines Wahlprogrammes, welches für alle Bürger*innen geschrieben wird, ist, stelle ich hierbei in Frage. Ganz klar bleibt doch aber eine Sache: Wir sollten die Möglichkeit, dass wir wählen dürfen, nutzen!

Rebecca Walter ist Lehrerin für Sozialpädagogik und momentan in Elternzeit. Sie kommt aus Horstedt und studierte von 2006-2011 LBS SozPäd in Lüneburg.

Kommentar zum Wahlprogramm der SPD

Das Wahlprogramm der SPD liest sich wirklich sehr angenehm. Es werden Themen benannt, für die Erzieher*innen in den letzten Jahren vieler Orts, mit Trillerpfeifen auf die Straße gegangen sind: Aufwertung der Erziehungs- und Pflegeberufe, mehr Anerkennung in der Gesellschaft, Erhöhung der Entlohnung. Sogar die vergütete Ausbildung steht nun schwarz auf weiß in einem Wahlprogramm einer großen Volkspartei. Einer Partei, die den Anspruch erhebt die künftige Regierung anzuführen. Sind damit alle sehnlichsten Wünsche erfüllt und das Feld auf lange Zeit gerettet? – Ich befürchte es ist ein wenig komplizierter. Unbenommen, der Rechtsanspruch auf einen KiTa-Platz und die von der SPD beschworene Fachkräfteoffensive klingen unglaublich gut, wenngleich man noch nicht so genau weiß, was sich dahinter bürokratisches verbergen mag.

Aus den Erfahrungen, die ich mit dem ESF-Modellprogramm „Quereinstieg – Männer und Frauen in KiTas“ an der Kooperationsschule BBZ Mölln sammeln durfte ist der Weg zu einer vergüteten Erzieher*innen-Ausbildung wahnsinnig spannend, aber momentan noch vollkommen System inkompatibel. Ohne Frage haben der Täger KinderWege gGmbH und die Abteilung für Sozialpädagogik in Mölln unglaubliches geschafft, jedoch meist nur durch den Willen zum Andersdenken und jede Menge Kreativität. Um einen Eindruck zu vermitteln, was mit der Systemänderung auf alle Akteur*innen zu kommen wird, seien hier nur drei Punkte angesprochen.

  1. Vollzeitschulische Ausbildungen funktionieren momentan mit einen wechselseitigen Theorie-Praxis-Transfer aus Theorie in der Schule, Erleben und Ausprobieren in der Praxis und der Reflexion in der Schule. Das kann praxisintegriert oder im Schul-/ Praxiswochen-Wechsel organisiert sein. Wichtig dabei ist jedoch, dass die*der Praktikant*n in den Praxisphasen Erzieher*innen-Aufgaben erprobt, ohne dabei Teil des Betreuungsschlüssels zu sein. Es ist somit eine additive Kraft, die eigenständig unter Anleitung Erfahrungen sammeln kann, um diese dann Theorie geleitet in der Schule reflektieren zu können. Innerhalb der momentan existenten technologisierbaren Ausbildungsberufen übernehmen Auszubildende relativ zügig Aufgaben im Produktions- / Dienstleistungskreislauf. Diese vielfach Assistenz-Aufgaben fallen jedoch nicht in das zu erprobenden Aufgabenfeld einer eigenverantwortlich handelnden Erzieher*in. Dies führt uns zur ersten Herausforderung: Im Rahmen des ESF-Projektes wurden die Erzieher*innen-Schüler*innen im ersten Jahr voll durch das Projekt finanziert. Im zweiten Ausbildungsjahr zu Teilen und im dritten wurden die „Auszubildenden“ dann nach Zwischenzertifizierung als sozialpädagogische Assistent*innen eingestellt und voll durch den Träger finanziert. Somit haben die „Auszubildenden“ mindestens im dritten Jahr einen Rollenkonflikt. Zum einen sollen sie laut Betreuungsschlüssel Assistenz-Aufgaben als Azubi oder später als sozialpäd. Assistent*innen erfüllen, wofür sie bezahlt werden und zum anderen sollen sie als Praktikant*innen Erzieher*innen-Aufgaben erproben.
  2. Das führt auch die Träger, also Kommunen  und Vereine, Kirchen etc. vor große Herausforderungen., da diese abseits der momentanen Finanzierung über Kontingente und Betreuungsschlüssel nun Auszubildende finanzieren müssen, die nicht Teil der Berechnungsgrundlage sein dürfen. Wie dieser Engpass bei versprochenen stetig sinkenden KiTa-Gebühren für Eltern bewältigt werden will ist noch ungeklärt.
  3. Der dritte Punkt ist jedoch der spannendste: Momentan werden die Qualitätsstandards der vollzeitschulischen Ausbildung zur Erzieher*in im Rahmenvertrag in der KMK beschlossen und durch die Länder in ihren jeweiligen Bildungsministerien etc. ausbuchstabiert. Man kann also davon sprechen, dass die Inhalte und Rahmenbedingungen, sowie die Kriterien der Qualität staatlicherseits bestimmt, z.T. durch Wissenschaftler*innen inspiriert und reflektiert sowie durch im besten Falle verbeamtete Studienräte u.a. qua Fakultas verantwortet. In dualen beruflichen Ausbildungskontexten bestimmen aber die Meister und Innungen, also die Praxis, über Interessenvertretungen, wie die IHK, entscheidend mit. Will man den Weg in die duale Ausbildung für Erzieher*innen gehen, so braucht es dann auch eine Art Praxisrückkopplung, die durch Interessenverbände organisiert wird. Dies wir eine spannende Auseinandersetzung, deren Akteur*innen bisher noch unbenannt sind. Der Berufsverband VEbBS e.V. kann sich als Interessenvertretung und Moderation in diesem Fall wärmstens empfehlen.

Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass die Ideen, die im Wahlprogramm der SPD formuliert wurden, auf jeden Fall in die richtige Richtung weisen und viele Herzenswünsche, der immer noch gesellschaftlich wenig anerkannten Frauenberufe, wie die der Erzieher*in, ernst nehmen. Fraglich bleibt jedoch, ob die Tragweite und die Spezifika der personalen Dienstleistungsberufe mitgedacht wurde. Wir begleiten diesen Prozess gerne kritisch weiter.

 Phillip Diestel studierte LBS Sozialpädagogik und Theologie in Lüneburg. Er ist Gründungsmitglied und Vorstand bei VEbBS e.V. und arbeitet momentan als Referent für Freiwilligendienst im Bereich FSJ-Schule beim Jugendwerk der AWO SH e.V.