Zukunftstage Bildung – wir waren in Lüneburg dabei

IMG_8707Am 16. und 17. Oktober haben wir u.a. gemeinsam mit der Fachschaft Bildung an der Leuphana Universität Lüneburg die Zukunftstage Bildung durchgeführt. Diese waren geöffnet für Master-Erstsemesterstudierende der Lehrerbildung und Bildungswissenschaften. Die Teilnehmenden der zweitägigen Veranstaltung standen in engem Kontakt mit Partnerinstitutionen und beschäftigten sich mit Herausforderungen der Bildungslandschaft. Zu Themen wie Partizipation im Bildungssystem, Flüchtlingshilfe oder Verbesserungsmöglichkeiten des Lehramtsstudiums entwickelten die Studierenden Lösungsansätze: Seminare für interkulturelle Kompetenzen, an das Berufsleben angeknüpfte Sprachkurse oder ein Projekttag im Monat, zu dem die Schülerinnen und Schüler das Thema wählen dürfen, waren einige der präsentierten Vorschläge.

Jede Projektgruppe war eine*r Praxispartner*in aus schulischen und außerschulischen Bildungsinstitutionen zugeordnet, die den Studierenden ihre Situation erläuterten. Mithilfe verschiedener Methoden und der Unterstützung durch Mentorinnen und Mentoren entwickelten die Studierenden Bearbeitungsansätze für diese Herausforderungen. Mit Praxispartner*innen wie der BBS1 aus Gifhorn, dem Verein Was bildet ihr uns ein? und der Kindertafel Lüneburg haben die Student*innen, mit unfassbarerer Kreativität, an Lösungsvorschlägen für die Herausforderungen der Praxispartner*innen gearbeitet.
So kam von der BBS1 aus Gifhorn die Herausforderung “Partizipative Strukturen im hierarchisch gestuften Bildungssystem auszubauen”. Denn Partizipation ist qua Schulgesetz zwar innerhalb der berufsbildenden Schulen im Land Niedersachsen verbindlich, wird aber in jeder Institution anders gelebt. Häufig erfahren Schüler*innen, dass sie lediglich Lernsubjekte sind, die wenig Mitsprache in der Gestaltung von Lehr- Lernprozessen bzw. schulinternen Prozessen nehmen können.
Die Studierenden haben, um die Schwierigkeiten besser identifizieren zu können, ein Telefoninterview mit Schülerinnen geführt. Hierbei haben sie als ein weiteres Problem identifiziert, dass ihre Partizipationsmöglichkeiten immer von der individuellen Bereitschaft der einzelnen Lehrkräfte abhängig sind. An vielen Schulen existieren zwar vielfältige Beratungsmöglichkeiten für individuelle Schwierigkeiten an der Schule, aber selten ein institutionalisiertes System um an der Unterrichtsgestaltung zu partizipieren. Hierfür könnte ein Netzwerk aus Lehrer*innen und Schüler*innen geschaffen werden, in dem alle Seiten gleichberechtigt ihre Wünsche und Vorschläge für eine bessere Unterrichtsgestaltung einbringen können. Um das strukturelle Ungleichgewicht zwischen Lehrer*innen und Schüler*innen bereits im Vorfeld aufzulösen, wird die Verantwortung für die Vorbereitung, Ausgestaltung, Durchführung und Nachbereitung dieser Netzwerktreffen bereits gleichberechtigt verteilt. Ihre Erfahrungen der Zukunftstage hat Maren Weigel uns folgendermaßen beschrieben: „Das Projekt ist ein Beispiel dafür, welche Probleme es in einer  Schule geben kann und worauf man als Lehrkraft achten sollte. Mich interessiert nun, ob etwas von unseren Ideen umgesetzt werden kann oder, ob sich irgendetwas in Richtung Partizipation geändert hat und ich hoffe, dass ich später etwas vom Projekten anwenden kann. Außerdem hoffe ich, dass ich, wenn ich als Lehrerin arbeite, an das Projekt denke und die Schüler bei meinem Unterricht partizipieren lasse.“
Wir von VEbBS freuen uns, dass sowohl die teilnehmenden Student*innen als auch die Praxispartner*innen mit der Zusammenarbeit und den Ergebnissen der Zukunftstage Bildung so zufrieden sind. Wir nehmen die gesammelten Erfahrungen mit und beteiligen uns weiterhin an solchen Formaten.