Projekt KlangSport

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|| Stille ||

Schritte

wieder Stille.

Dann das Quietschen von Sportschuhen auf dem Hallenboden.

Das Prellen eines Basketballs.

Und das Aus-der-Puste-sein nach einem Sprint

Die Geräuschkulisse vom Hallensport ist vielen von uns vertraut. Zumindest im Unbewussten. Das Projekt KLANGSPORT unternimmt eine akustische Entdeckungsreise durch sportliche Disziplinen und rückt die sportlichen Sounds in den Fokus der Aufmerksamkeit. Es entsteht eine ungewöhnliche Musik, ein neues Sporterlebnis und eine char- mante Liaison zwischen Sportlern und Musikern.

Mein Name ist Marina Sahnwaldt. Ich bin Regisseurin, Studentin der Kulturwissenschaften und Initiatorin des KLANGSPORT. Für 2017 habe ich mir vorgenommen, das Projekt, was ich 2009 erstmals in der Praxis erprobte, weiter zu entwickeln und ich freue mich sehr, VEbBS als Träger an meiner Seite zu habe! Bevor wir gemeinsam Pläne schmieden und über die Zusammenarbeit nachdenken, möchte ich Ihnen und Euch die KLANGSPORT Idee etwas näher vorstellen.

Natürlicherweise hinterlässt jede Bewegung ganz unwillkürlich akustische Spuren. Laute und leise, schöne und un- schöne. In der Regel nehmen wir diese kaum bewusst wahr, sie verbleiben als ein akustisches Abfallprodukt und verschwinden im nächsten Augenblick wieder. Sensibilisiert durch meine Faszination für den amerikanischen Komponisten John Cage, finde ich diese Geräusche musikalisch sehr reizvoll. 2009 bin ich meiner Neugierde in ei- nem ersten Projekt nachgegangen. In den Anfängen, die im westfälischen Münster stattfanden, war die Idee noch sehr vage. Keiner wußte so genau was KLANGSPORT eigentlich ist. Einschliesslich mir. Gemeinsam mit vier Musikern habe ich sport- und musikbegeisterte Menschen eingeladen, an Schnuppertrainings teilzunehmen, um mit uns das Format gemeinsam zu erkunden. Etwa 100 Menschen im Alter von 12-65 Jahren nahmen damals un- verbindlich an diesen Trainings teil. Wir haben viel erlebt, experimentiert, und am Ende konnte mit 20 Klangsportler*innen eine Revue aufgeführt werden.1 Die Ergebnisse waren für mich in vielerlei Hinsicht spannend.

Künstlerisch schien unsere Arbeit längst nicht ausgereizt. Unsere Nachforschungen brachten klangliche Fundstücke hervor, die es bis heute musikalisch zu entdecken gilt. Zum Beispiel verbirgt sich in der Schrittfolge der ro- tierenden Bewegung des Diskuswerfens ein dreiviertel Takt. Würden wir diesen elektronisch verstärken und per Loop wiederholbar machen, wäre es ein Leichtes, ein Violinensemble einen Walzer darauf spielen zu lassen.

Das Aus-der-Puste-sein nach einem Sprint, was die*der Sportler*in unmittelbar erlebt, lässt sich im KLANGSPORT instrumental hörbar machen und wird so zum kakophonischen Klangteppich einer Flötenimprovisation.

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marina-sahnwaldMarina Sahnwaldt ist Regisseurin, Kulturwissenschaftlerin und Initiatorin des KlangSport Projekts, über ein Stipendium der Hans-Böckler-Stiftung macht sie derzeit ihren Master .