Wieso ich VEbBS gern schon während der Ausbildung genutzt hätte?

Meine Ausbildung als Erzieherin habe ich mit 16 Jahren in Uelzen begonnen. Mit dem Beginn der Ausbildung hatte ich noch keine konkreten Vorstellungen von dem Beruf als Erzieherin und seiner Vielfalt. Eigentlich hatte ich zunächst erst mal nur das Arbeiten im Kindergarten im Kopf. Im ersten und zweiten Lehrjahr, machte ich dann auch die Praktika in Kindergärten. Dabei fiel mir schon auf, dass es für mich persönlich wenig erfüllend ist und ich mich langweilte. Im zweiten Praktikum hatte ich dann große Schwierigkeiten mit den Methoden und Ansichten der Erzieher*innen. Die Lehrer*innen meiner Schule haben dies zwar begleitet und mir geholfen, den Sinn der Ausbildung nicht zu vergessen, jedoch hätte ein Verein wie VEbBS, mich wohl noch anders unterstützen können. Der Austausch mit verschiedensten Expert*innen, aus dem Feld der Sozialpädagogik, hätte mir nicht nur Motivation geben können, dass Erzieher*in sein anders geht als in dieser Einrichtung, sondern vor allem auch Mut. Mut hätte ich nicht nur in dem unangenehmen Praktikum benötigt, sondern auch zum Ende der Ausbildung, als ich erst mal ratlos war, in welche Sparte dieses vielfältigen Jobs ich nun als erstes schauen möchte. Während der Ausbildung haben wir zwar einen Einblick in die verschiedenen Bereiche, wie Elementarbereich, Krippenbereich, Jugendhilfe und Sonderpädagogik bekommen, jedoch reichte dieser und vier Praktika über vier Jahre verteilt nicht aus, um zu wissen was einen erwartet. Ein regelmäßiger Austausch mit dem sozialpädagogischen Feld hätte einen authentischen Blickwinkel aufgetan. In meiner Zeit als Praktikantin habe ich es oft erlebt, dass ich nicht Teil des Teams war, da die Informationen aus dem Haus nicht an die Praktikant*innen getragen werden sollten. Somit durfte ich an Dienstbesprechungen zum Beispiel nicht in jedem Praktikum teilnehmen. Das ist schade, da ich es als sehr wichtig empfinde, den Auszubildenden dieses Bereichs authentisch zu begegnen. Ich hätte gerne detaillierter gewusst was mich erwartet. In meinem ersten Job, im Krippenbereich, einer großen Kindertagesstätte, war ich sehr oft überfordert und wusste nicht wie ich verschiedenste Situationen bewältigen sollte. Der professionelle Austausch durch einen Verein wie VEbBS hätte einen authentischen Einblick geben können und mir Mut machen können. Im ersten Job wäre es auch sehr hilfreich gewesen um einen Blickwinkel von Außenstehenden auf die Dinge zu haben. Im Prinzip empfinde ich VEbBS als eine freiwillige Supervision die einrichtungsunabhängig stattfindet und von Beginn an, also mit der Ausbildung, nur bereichernd sein kann.

Ich kann den heutigen auszubildenden Erzieher*innen nur empfehlen, Teil einer Netzwerkgemeinschaft zu werden. Nicht nur der Austausch und Zuspruch durch das breite Feld der Sozialpädagogik ist eine Bereicherung um über den Tellerrand zu schauen. Man kann durch den bunten Austausch einen Einblick in die verschiedensten Bereiche bekommen und seinen Horizont schon während der Ausbildung erweitern. Während meiner Ausbildung sind mir leider so viele Einblicke verwehrt geblieben. Erst während meiner Berufstätigkeit habe ich einen Einblick bekommen, was es außer des Sonderpädagogischen, Jugend,  Krippen- und Elementarbereichs noch gibt und wie vielfältig der Erzieher*innen Beruf sein kann. Auch eine ehrliche Meinung von außen oder Besprechung bestimmter Befindlichkeiten außerhalb des Teams können helfen, verschiedene Dinge klarer zu sehen.

Zudem denke ich, dass gerade die Vernetzung die VEbBS bietet, in der Ausbildung sehr bereichernd sein kann. Hier kommen die Perspektiven von Schüler*innen, Lehrer*innen, angehenden Lehrer*innen und Erzieher*innen zusammen. Jeder ist irgendwie auf den anderen angewiesen und doch sind die Bereiche so unterschiedlich. VEbBS bietet die Möglichkeit, dass alle an einen Tisch kommen und auf neutralem Boden die Gesamtheit betrachten können.

Johanna Schulz-Seide hat eine Ausbildung als Erzieherin absolviert und studiert im ersten Semester Lehramt für berufbildende Schulen Fachrichtung Sozialpädagogik.