Kommentar zum Wahlprogramm der Partei GRÜNE

In Bezugnahme auf die ausgewählten Textpassagen aus dem Wahlprogramm der Partei GRÜNE zur Bundestagswahl 2017 lässt sich folgendes für mich feststellen:

  1. Die Qualität in Kindertageseinrichtungen scheint ein großes und wichtiges Thema für die Partei zu sein. So macht sie (die Partei) anhand von unterschiedlichsten Stichworten (z.B.: Qualitätsstandards, interkulturelles Lernen, Partizipation, Recht auf Kindergartenplätze, Betreuungsschlüssel, Medienkompetenz…) deutlich, wie in dem Bereich der Kindertageseinrichtungen, aber auch anderen Institutionen, wie z.B. Schule, Horte und Jugendzentren investiert werden müsste. Positiv finde ich hierbei aus meiner Position, dass deutlich hervorgehoben wird, dass und wie in diesen Bereichen bisher gespart wurde (Zerfall der Gebäude, Fachkräftemangel, etc.), denn genau dies begleitet mich/ uns in der alltäglichen Arbeit. Leider wird, und das ist wohl in diesem Rahmen auch kaum anders möglich, nicht an allen Stellen deutlich, wie diese Erneuerungen realisiert werden können.
  2. Die Partei GRÜNE thematisiert ausführlich die Gleichstellung von Mann und Frau, auch in personenbezogenen Dienstleistungsberufen. Dies wird nicht nur auf der Besoldungsebene, sondern auch auf der Anerkennungsebene thematisiert. Besonders interessant finde ich hier die konkrete Formulierung, dass die Erzieher*innenausbildung neu gestaltet werden soll. Schade ist, dass nicht wenigstens etwas konkreter formuliert wird, wie sie neu gestaltet werden soll (und kann).
  3. Umso mehr sich die Partei GRÜNE für die Kindertageseinrichtungen und Schulen einsetzt, umso weniger wird dabei die berufliche Bildung mitgedacht. Dadurch scheinen für mich die Ideen nicht weit genug überlegt, leider, da doch das gut ausgebildete Personal, Erzieher*innen konkret und auch Schule Themen im Wahlprogramm sind.

So wird also deutlich, dass die Partei GRÜNE bei vielen Inhalten sehr konkrete Ideen benennt, wie bei vielen Parteien aber die Realisierungsmöglichkeiten nicht immer deutlich werden. Ob dies das Ziel eines Wahlprogrammes, welches für alle Bürger*innen geschrieben wird, ist, stelle ich hierbei in Frage. Ganz klar bleibt doch aber eine Sache: Wir sollten die Möglichkeit, dass wir wählen dürfen, nutzen!

Rebecca Walter ist Lehrerin für Sozialpädagogik und momentan in Elternzeit. Sie kommt aus Horstedt und studierte von 2006-2011 LBS SozPäd in Lüneburg.