Die Herausforderung ein Netzwerk zu entfalten

Hinter uns liegen mit unserem ersten Vereinsjahr und etwas Vorlaufzeit über 15 Monate intensiver Arbeit an der VEbBS Idee. Die damit verbundenen Aufgaben und Herausforderungen waren und sind vielfältig.
Wir alle, die wir Mitglied bei VEbBS sind, wollen Menschen die in unserem Feld arbeiten davon überzeugen, dass die Netzwerkarbeit einen Mehrwert für alle schafft. Dabei haben wir zwar eine Vorstellung davon wie dieses Feld abgesteckt ist, aber einen direkten oder gar schriftlich festgehaltenen Konsens darüber gibt es bisher nicht. Auch wie der Mehrwert ganz praktisch aussehen soll, ist noch lange nicht zu ende durchdiskutiert. Als Orientierung dienen uns hierbei die Vereinsziele Vernetzung, Theorie-Praxis-Transfer und Qualitätsentwicklung.
Wir haben in unserem ersten Vereinsjahr schon viel erreicht und sind im Feld damit auch wahrgenommen worden. Um weitere Menschen von dem Mehrwert zu überzeugen, treten wir immer wieder an Menschen heran und erzählen ihnen von unseren Ideen. Wir nutzen hierfür vor allem unser persönliches Netzwerk aus.
Ein erfreulicher Teil der angesprochenen Personen verspricht uns, bei Gelegenheit mit uns zusammenarbeiten zu wollen. Ein Teil dieser Personen will dann auch Mitglied bei uns werden. Und davon eine bemerkenswerte Anzahl möchte sich darüber hinaus aktiv ins Vereinsleben einbringen und die ein oder andere Aufgabe übernehmen. Und zu diesen Menschen gehört ihr! Ihr bringt euch aktiv mit ein, seid Botschafter*innen des Vereines nach außen und steht uns als Vorstand weit über das gebotene Maß hinaus auch freundschaftlich zur Seite. Ihr übernehmt Aufgaben und seid Ansprechpartner*innen wenn wir unsicher sind. Wenn wir uns nicht sicher sind, ob wir auf dem richtigen Weg sind. Wenn wir Zweifel haben, ob sich der Einsatz und das Kämpfen am Ende lohnen werden und auch Zweifel ob wir überhaupt in eurem Interesse, und im Interesse unserer zukünftigen und potentiellen Mitglieder handeln oder doch daran vorbei. Bei allen Unsicherheiten, am Ende des Tages sind wir fest davon überzeugt, dass VEbBS eine gute Idee war, ist und bleiben wird. Bitte nehmt eure Rolle als Botschafter*innen des Vereins, als kritische Freund*innen unserer Arbeit aber vor allem als Freundinnen und Freunde, weiterhin so wunderbar war.
Unsere VEbBS Idee ist noch etwas unkonkret und daher vieles. Eines ist sie bisher jedoch nicht, nämlich Massentauglich. Dabei stellt sich die Frage ob wir das schade finden, und eigentlich gerne ein Verein für alle im Feld tätigen Menschen sein wollen oder es vielmehr als Chance sehen. Für mich liegt die Antwort dabei klar auf der Hand. Es ist auf jeden Fall eine Chance, und zwar eine Große.
Und dafür gilt es mit euch gemeinsam die zur Zeit wichtigste Herausforderung zu bestreiten. Denn diese richtet sich nicht nach außen, sondern ins Vereinsinnere. Der Ausbau unseres Netzwerkes und die Entfaltung des Vereins sind noch nicht die wichtigsten Aufgaben. Allen voran muss es uns gelingen eine gemeinsame Identität für VEbBS zu finden. Wir müssen uns fragen, was uns alle, von der Erzieherin bis zur Professorin und von Lübeck bis Bamberg verbindet und was wir gemeinsam haben.
Wir brauchen noch sehr viele Debatten um eine gemeinsame Identität zu finden. Diese Debatten gilt es bei offiziellen VEbBS treffen und zwischen Tür und Angel zu führen. Sie müssen innerhalb des Vereins und mit außenstehenden geführt werden. Sie müssen bei realen Treffen und  online stattfinden.  Auf unserer Facebook-Seite, bei Youtube, auf der Homepage und in unserem Newsletter. Wir brauchen hierzu noch viel mehr Begegnung. Wir brauchen hierzu auch weitere gute Veranstaltungsfomate. Gemeinsame Treffen wie die heutige Vollversammlung, die Netzwerktagung und der Projektslam sind elementar damit wir innerhalb des Vereins enger zusammenwachsen können.
Zusätzlich zu der Herausforderung eine Identität zu finden ist es eine große Herausforderung eine funktionierende Vereinsstruktur herauszubilden. Als wir vor über einem Jahr zusammen gekommen sind und diesen Verein gegründet haben, da haben wir ihm in der Satzung eine sehr grobe Struktur gegeben. Zu dieser groben Struktur gehören als Gremien sowohl die Vollversammlung und der Vorstand aber auch der Mitgliedsrat und mögliche Beiräte. Der Mitgliedsrat umfasst, wie die Vollversammlung alle Vereinsmitglieder und bietet eine weitere Austauschmöglichkeit. Diese grobe Struktur gilt es in naher Zukunft zu etablieren. Der Mitgliedsrat und die Beiräte sind nur kleine Puzzleteile für eine funktionierende Vereinsstruktur. Zusätzlich wird sich die Struktur des Vereins an vielen Stellen weiterentwickeln und verdichten.
Im Moment gilt es noch die ganze Vereinsarbeit mit einem sehr kleinen Finanziellen Budget zu stemmen. Dies geht nur, weil wir bis hierhin einen unfassbaren großen ehrenamtlichen Einsatz aller Mitglieder haben. Diese Ehrenamtliche Arbeit leisten wir alle zusätzlich zu den eigentlichen Herausforderungen des Lebens. Dieser Einsatz von Euch ist notwendig, aber bei weitem nicht selbstverständlich. Das wissen wir alle und das kann nicht genug wertgeschätzt werden. Es ist herausragend wie viel Lebenszeit ihr alle in VEbBS investiert. Ich rede hier bewusst von einer Investition, weil die Arbeit mit und für VEbBS nicht nur Zeit und Kraft kostet, sondern auch für jeden persönlich einen Mehrwert schafft. Der Blick hinter die Kulissen, der Austausch mit anderen engagierten Menschen stößt schlichtweg Bildungsprozesse an.
Zu wissen, dass es bei VEbBS jederzeit und für alle Themen interessierte und erfahrene Ansprechpartner*innen gibt, hilft den professionellen Anforderungen von Erziehung, Bildung und Betreuung etwas gelassener und auch fähiger zu begegnen. Die Wertschätzung und der Umgang mit dem Ehrenamt sollen sich zukünftig noch deutlicher in unserem Verein wiederfinden. Auf Dauer werden wir jedoch alleine mit dem ehrenamtlichen Einsatz und einem vierstelligen Jahresbudget nicht auskommen und große Schwierigkeiten haben den Vereinszielen und dem eigenen Anspruch gerecht zu werden.
Um den Vereinszielen gerecht zu werden, müssen wir uns als Vereinsmitglieder gegenseitig unterstützen. Wir brauchen Zeit und Mut zum Ausprobieren, für Fehler um daraus zu lernen und neue Lösungswege zu finden. Wir brauchen einen aktiveren Austausch zwischen Vereinsmitgliedern und dem Vorstand. Wir müssen aber auch mit der Idee von VEbBS noch stärker in die Öffentlichkeit drängen und uns dabei eine gewisse Schienbeinhärte abholen. Wenn es uns gelungen ist, und es wird uns gelingen, auf Grundlage der Satzungsziele und der Anerkennung des Ehrenamtes, die gemeinsame Identität zur stärken, eine tragfähige Vereinsstruktur zu etablieren, weitere vernetzende Veranstaltungen durchzuführen und an weiteren teilzunehmen, dann werden wir in der Lage sein, einen entscheidenden Beitrag, zur Entfaltung der beruflichen Bildung in der Sozialpädagogik zu leisten. Lasst uns gemeinsam an der Sichtbarkeit und der Entfaltung unseres Feldes arbeiten.

Franz Vergöhl, hat in Lüneburg Berufsschullehramt- Fachrichtung Sozialpädagogik studiert. Zur Zeit ist er Vorsitzender bei VEbBS